Loslassen: Eine Herausforderung, die mehr als nur leere Worte erfordert

Verfasserin Mihaela Perunovic

14.12.2023

Immer öfter hören wir den Ratschlag: “Lass einfach los.” Oft wird uns dies mit einer anschaulichen Darstellung eines Seils verdeutlicht, und theoretisch verstehen wir auch, was damit gemeint ist. Doch wenn wir mit schweren Verlusten konfrontiert werden, wie dem Verlassenwerden, dem Tod oder dem Aufgeben von Träumen, können wir nicht einfach loslassen wie ein Seil, das wir fallen lassen. Es fühlt sich an, als hinge unser ganzes Leben an diesem Seil und als stünden wir auf einem Berg, nur noch durch diese unsichtbare Verbindung gehalten.

Loslassen bedeutet liebevoll hinschauen, zurückblicken und Unterstützung suchen. Es erfordert Selbstfürsorge. Wir dürfen uns um uns selbst kümmern. Denn das Loslassen betrifft nicht nur die physische Ebene, sondern auch die Liebe, die Träume und die Ängste, die wir auf körperlicher Ebene spüren. Daher braucht es mehr als nur eine Metapher mit einem Seil. Es fühlt sich manchmal so an, als hinge unser ganzes Leben an diesem Seil.

Die Kunst des Loslassens erfordert Zeit, Geduld und Selbstreflexion. Es ist ein Prozess, bei dem wir uns bewusst machen, dass das Loslassen nicht bedeuten muss, dass wir aufgeben oder vergessen. Es bedeutet vielmehr, dass wir uns erlauben, die Vergangenheit anzuerkennen und uns von ihr zu lösen, um Platz für neue Möglichkeiten und Wachstum zu schaffen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Loslassen nicht bedeutet, dass wir unsere Emotionen verleugnen oder unterdrücken sollen. Im Gegenteil, es erfordert Mut, unsere Gefühle anzuerkennen und ihnen Raum zu geben. Es kann hilfreich sein, Unterstützung von anderen Menschen, sei es durch Gespräche mit Freunden oder professionelle Hilfe, in Anspruch zu nehmen. Durch den Austausch und das Teilen unserer Gedanken und Gefühle können wir neue Perspektiven gewinnen und Wege finden, um mit dem Loslassen umzugehen.

Jeder Mensch hat seine eigene Art und Weise, mit dem Loslassen umzugehen. Was für den einen funktioniert, mag für den anderen nicht passen. Es ist wichtig, geduldig mit sich selbst zu sein und sich selbst Raum zu geben, um den eigenen Weg zu finden. Manchmal kann es hilfreich sein, sich bewusst zu machen, dass das Loslassen nicht ein einziges großes Ereignis ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Zeit braucht.

Das Loslassen ist eine Herausforderung, die mehr als nur leere Worte erfordert. Es erfordert Mut, Selbstreflexion und Unterstützung. Es ist ein Weg des Wachstums und der persönlichen Entwicklung. Wenn wir uns erlauben, loszulassen, können wir Raum schaffen für neue Chancen, für Heilung und für ein erfülltes Leben.